Endlos viel Freizeit, keine Verpflichtungen … ach, noch einmal jung zu sein. Doch ganz so einfach ist es nicht. Kinder von heute wachsen mit dem Internet auf und entwickeln ein Bewusstsein für globale Themen, das weit über ihr Alter hinausgeht. Sie denken über die Zukunft nach und über den Planeten, der ihnen hinterlassen wird.
Der Blick richtet sich dabei besonders auf die Generation Z und ihre jüngeren Geschwister aus der Generation Alpha. Sie gelten als die nächsten David Hoggs und Greta Thunbergs und sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Manche Kinder nehmen ihr Leben früh selbst in die Hand und verschaffen sich so einen Vorsprung.
Zwischen Fußballtraining, Hausaufgaben und Fahrstunden gibt es Kinderunternehmer:innen, die bereits erfolgreich eigene Unternehmen führen. Sie spenden Zeit und Einnahmen, um anderen zu helfen, und engagieren sich für Themen, die ihnen wirklich wichtig sind.
In diesem Beitrag teilen Kinderunternehmer:innen einige ihrer liebsten Dinge – von Faultieren und MINT-Fächern über Schaumbäder bis hin zu Beagles – und erzählen, wie es sich anfühlt, Chef:in des eigenen Unternehmens zu sein.
Der Einstieg als Kinderunternehmer:in
Kinder mit unternehmerischen Träumen können mit Unterstützung von Erwachsenen schon durchstarten, bevor sie überhaupt die weiterführende Schule erreichen. Der klassische Limonadenstand gilt zwar oft als erster Schritt ins Unternehmertum. Doch moderne Technologie eröffnet Kindern heute viele weitere Möglichkeiten, eigene Unternehmen zu führen.
Junge Menschen können Produkte entwickeln, um globale Probleme zu lösen, handgemachte Waren verkaufen oder Dienstleistungen direkt in ihrer Nachbarschaft anbieten. Für jede Persönlichkeit gibt es eine passende Idee.
Kinder, denen das Lernen im klassischen Klassenraum schwerfällt, können durch Unternehmertum wichtige Lebens- und Geschäftsfähigkeiten entwickeln. Dazu gehören der Umgang mit Geld oder das sichere Auftreten vor anderen. Eltern können Kinderunternehmer:innen gezielt ermutigen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Das stärkt das Selbstvertrauen, füllt den Lebenslauf und hilft dabei, Geld für das Studium zu sparen.
24 Geschäftsideen für Kinder 💡Erfahre, wie deine Kinder schon vor dem Schulabschluss ein eigenes Unternehmen gründen können. Ermutige junge Macher:innen, Kreative und Erfinder:innen, ihre Talente zu nutzen, um daraus etwas Eigenes aufzubauen und wertvolle Fähigkeiten zu lernen.
Lerne 8 inspirierende Kinderunternehmer:innen kennen
Entdecke das Leben von acht ganz normalen Kindern mit alles andere als normalen Hobbys. Erfahre, wie sie ihre Träume verwirklicht haben und mit Unterstützung von Erwachsenen, die an sie geglaubt haben, ihre eigenen Unternehmen aufgebaut haben.
1. Riley Kinnane-Petersen, 13 Jahre
Als Riley ein Interesse an Schmuck und Verkleiden entwickelte, sammelten ihre beiden Väter kurzerhand ausrangierte Halsketten von Freund:innen und Familie ein. Riley zerlegte die gebrauchten Stücke, gestaltete daraus ihre eigenen Designs und verkaufte sie zunächst an Limonadenständen im Vorgarten.
Sieben Jahre später bilden diese neu gestalteten Halsketten die Basis für Gunner & Lux, ein Unternehmen mit bekannten Kund:innen wie Nordstrom und J.Crew. Der von Vater und Tochter geführte Shop setzt sich außerdem für Girl Power ein, unter anderem mit Kinder-T-Shirts mit Slogans wie „All of my heroes are women“ und „My dad is a feminist“.
Über ihre Zukunft sagt Riley: „Wenn ich erwachsen bin, möchte ich mein Unternehmen weiterführen. Wenn nicht, werde ich vielleicht Chemikerin. Oder Tierärztin.“
2. Oliver „Ollie" Fequiere, 9 Jahre
Ollie ist bei der Führung seines Bade- und Vorlesegeschäfts Fizzies & Fables stark auf die Unterstützung seiner Eltern angewiesen. Sein Alter täuscht jedoch nicht über sein Engagement hinweg. Er ist in alles eingebunden, von der Ideenfindung bis hin zum Produkttest.
Wenn Ollie nicht gerade Gitarre spielt oder Minecraft spielt, hilft er begeistert bei der Herstellung und beim Verpacken der Badekugeln. Was er später einmal werden möchte, weiß er noch nicht genau. Fest steht jedoch, dass er sich als junger Kinderunternehmer bereits jetzt einen beeindruckenden Lebenslauf aufbaut.
Über Held:innen, mit denen er sich identifizieren kann, sagt Ollie: „Ich habe den schwarzen Spider-Man in Spider-Man: A New Universe gesehen – und zwar viele Male. Er ist Schwarz und lebt in New York. Und ich habe auch das Spider-Man-Kostüm. Wir haben viele Gemeinsamkeiten.“
3. Jahkil Jackson, 15 Jahre
Jahkil ist ein aktiver Jugendlicher, der Basketball und Stepptanz liebt. Am stärksten trainiert er jedoch seinen Empathie-Muskel. Mit nur 15 Jahren bringt er bereits mehrere Jahre unternehmerische Erfahrung mit. Schon mit fünf gründete er Project I Am, eine Organisation, die Menschen in seiner lokalen obdachlosen Community mit lebensnotwendigen Dingen unterstützt.
Als wäre das nicht schon beeindruckend genug, ist Jahkil außerdem veröffentlichter Autor, betreibt einen Online-Merchandise-Shop und tritt landesweit als Motivationsredner bei Veranstaltungen auf. Er hat sogar einmal Präsident Obama getroffen.
Über seine Anfänge sagt Jahkil: „Ich hatte eigentlich keine Angst. Ich hatte viel Unterstützung und war total motiviert, es zu machen. Ich war ein sehr glückliches, energiegeladenes Kind. Mama wird dem wahrscheinlich widersprechen.“
4. Piper Williams, 11 Jahre
Als Piper Williams vier Jahre alt war, mochte sie keine Unterwäsche für Mädchen und griff lieber zu den Boxershorts ihres Bruders. Daraus entstand eine Idee: eine eigene Kleidungslinie gründen und Boxershorts für Mädchen anbieten. Mit der Unterstützung ihres älteren Bruders sowie ihrer Eltern entwickelte sich diese Idee zu My Pipers, einem Unternehmen, das heute die ganze Familie beschäftigt.
Über die größten Fans ihrer Marke sagt Piper: „Viele Kinder finden es richtig cool. Es gibt sogar Lehrer:innen, die unsere Hoodies tragen. Und viele unserer Freund:innen laufen in unseren Boxershorts herum.“
5. Lily Harper, 9 Jahre
Lily Harper, eines der jüngsten Kinder auf dieser Liste, gründete ihr Unternehmen, nachdem ihre Mutter Chloe sie während der Pandemie aus der Schule nahm. Klassisches Home Schooling erwies sich für Lily als schwierig, weshalb Chloe beschloss, sie beim Start eines kleinen, provisorischen Unternehmens zu unterstützen. Als daraus eine Online-Community und echte Kund:innen entstanden, entschieden sich Lily und ihre Mutter, vom Laden-Spielen zum echten Laden-Führen überzugehen.
Lily Lou’s Aromas ist ein Onlineshop mit Produkten aus Lilys Fantasie. Sie verkauft Kerzen und Düfte in all ihren Lieblingsfarben. Obwohl die Marke inzwischen gewachsen ist und Lily ein Team von Helfer:innen hat, trifft sie weiterhin alle Entscheidungen selbst.
Über die Zukunft ihres Unternehmens sagt Lily: „Mein nächstes großes Ziel ist es, ein eigenes Lager zu haben und in großen Geschäften verkauft zu werden.“
6. Sophia Fairweather, 14 Jahre
Sophia ist eine leidenschaftliche Verfechterin des Jugendunternehmertums. Die Sechstklässlerin wird regelmäßig als Rednerin zu internationalen Veranstaltungen eingeladen und setzt sich gemeinsam mit ihrem Vater bei Wirtschaftsförderungsgruppen dafür ein, mehr Stipendien und Chancen für junge Unternehmer:innen zu schaffen.
Den Unternehmergeist entwickelte Sophia bereits mit fünf Jahren. Damals kam sie mit einer Idee zu ihrem Vater: ein Klettverschluss-Produkt, das ein Handy sicher an Ort und Stelle hält. FunCro war nur der Anfang vieler Erfindungen dieses MINT-begeisterten Kindes. Wenn sie nicht an ihrem Unternehmen arbeitet, schwimmt Sophia gern, zeichnet oder schaut begeistert Stargate-Episoden.
Über die Vorteile, früh unternehmerisch aktiv zu sein, sagt Sophia: „Am besten ist es, neue Leute kennenzulernen. Ich mag Präsentationen und ich mag das Reisen. Manchmal ist es stressig und anstrengend, aber es ist auch irgendwie cool. Und vor meinem Bruder anzugeben liebe ich besonders.“
7. Austin Gill, 11 Jahre
Als Austin Gill und seine beiden Brüder Collin und Ryan ihre Eltern um Geld für Nerf Blaster und eine PlayStation baten, bekamen sie zwei Optionen: einen Job suchen oder ein eigenes Unternehmen gründen. Sie entschieden sich für Letzteres.
Ihre Mutter Celena, selbst Kleinunternehmerin und ehemalige Lehrerin, die ihre Söhne zu Hause unterrichtet, sah darin eine wertvolle Lernchance. Gemeinsam beschlossen die Brüder, handgemachte Kerzen herzustellen und zu verkaufen. So entstand Frères Branchiaux.
Neben täglichem Mathe- und Leseunterricht lernen die Jungen auch, wie Lieferketten funktionieren, wie guter Kundenservice aussieht und wie Marketing eingesetzt wird. Frères Branchiaux ist mit den Kindern gewachsen. Collin studiert inzwischen, und die Produkte werden heute von Unternehmen wie Whole Foods und Macy’s verkauft.
Über seine Zukunft sagt Austin: „Ich möchte Basketballspieler und Maker werden.“
8. Merritt Perlyn, 10 Jahre
In Merritts Welt dreht sich alles ums Surfen. Gemeinsam mit seinem Bruder Ethan verbringt er jede freie Minute auf dem Board. Doch zwischen Wellen, Basketball und Schulaufgaben sind die beiden auch erfolgreiche Unternehmer. Ihr surf-inspiriertes Label Crepic verkauft heute eigene Markenhüte und Accessoires, sowohl online als auch in mehreren Einzelhandelsgeschäften.
Über den Start ihres Unternehmens sagt Merritt: „Wir haben unseren Eltern von der Idee erzählt. Dann haben sie uns etwas Geld geliehen, und danach haben wir gelernt, wie Shopify funktioniert.“
Die Kinderunternehmer:innen der Zukunft
Junge Unternehmer:innen betrachten die Welt mit frischen Augen, frei von vielen erwachsenen Sorgen und Verpflichtungen. Trotzdem solltest du sie nicht unterschätzen. Ihre Perspektiven, ihre Neugier und ihre Energie bringen immer wieder erstaunliche Ideen hervor.
Eltern, die ihre Kinder früh dazu ermutigen, ein eigenes Unternehmen zu gründen, verschaffen ihnen einen echten Vorsprung im Leben. Ob sie davon träumen, einen Deal in der Höhle der Löwen abzuschließen oder ihre Designs auf der Berlin Fashion Week zu präsentieren: Es ist nie zu früh, mit dem Unternehmertum zu beginnen. Die heutigen Limonadenstände könnten die morgigen Pulitzer-Gewinner:innen sein.
Illustrationen von João Fazenda
FAQ zu Kinderunternehmer:innen
Was für Unternehmen können 13-Jährige gründen?
Mit Unterstützung der Eltern können 13-Jährige viele unterschiedliche Unternehmen gründen. Das kann die Herstellung und der Verkauf handgemachter Produkte sein, die Gründung einer gemeinnützigen Organisation zur Bekämpfung des Klimawandels oder der Aufbau eines Unterhaltungsangebots für besondere Anlässe. Dank moderner Technologie können Kinder fast jede Idee in die Realität umsetzen.
Wer sind einige Kinderunternehmer:innen?
Zu den bekannten Kinderunternehmer:innen zählen unter anderem die 19-jährige Mikaila Ulmer von Me & the Bees Lemonade und Moziah Bridges, der 14-jährige Gründer von Mo's Bows, einer Marke für maßgeschneiderte Fliegen.
Wie können Kinderunternehmer:innen ein Business gründen?
Jede unternehmerische Reise beginnt mit einer Idee. Kinder können diese Idee mit elterlicher Begleitung weiterentwickeln, etwa durch das Erstellen einer Website, das Pflegen von Social-Media-Profilen oder das Einrichten eines Bankkontos. Auch wenn Kinder unter 18 Jahren für viele Verträge und Dienste eine erwachsene Person benötigen, können sie aktiv an zahlreichen Bereichen mitwirken, von der Produktentwicklung bis hin zum Kundenservice.





