Käufer:innen verbringen täglich über zwei Stunden in den sozialen Medien, wo sie mit Beiträgen von Influencern, Markeninhalten und Werbung interagieren. E-Commerce-Unternehmen können die Funktionen dieser Plattform für Social Selling nutzen, um diese Käufer:innen dort zu erreichen.
In diesem Beitrag zeigen wir dir, was hinter dem Begriff steckt, welche Vorteile Social Selling bietet und wie du es für dich nutzen kannst.
Was versteht man unter Social Selling?
Social Selling ist eine Strategie, die potenzielle Kund:innen in den sozialen Medien anspricht. Es umfasst das Veröffentlichen von Beiträgen, das Beantworten von Kommentaren sowie Live-Verkäufe über Livestreams, um Vertrauen bei potenziellen Käufer:innen aufzubauen. Der Großteil des Social Selling findet über führende soziale Netzwerke wie Instagram, TikTok und Facebook statt.
Wie funktioniert Social Selling?
Wenn du über das Social Selling für dein Unternehmen nachdenkst, solltest du zunächst damit beginnen, markenspezifische Konten auf den größten sozialen Medien-Plattformen einzurichten. Du kannst auch die Zusammenarbeit mit geeigneten Influencer:innen in Betracht ziehen, die innerhalb deiner Produktnische bereits über ein potenzielles Käuferpublikum verfügen.
Der Schlüssel zu erfolgreichen Social Selling liegt darin, Inhalte zu erstellen, die auf eine spezifische Zielgruppe ausgerichtet sind. Deine Inhalte sollten zeigen, dass dein Unternehmen die Perspektiven und Werte deiner Kund:innen teilt. Denke daran, dass es nicht nur ums Posten geht, sondern auch um Engagement. Beteilige dich also an den Gesprächen (in den Kommentaren), folge Trends und antworte auf direkte Nachrichten.
Dein Ziel sollte es sein, eine fortlaufende Beziehung zu potenziellen Käufer:innen aufzubauen. Social Selling dreht sich nicht nur um den Abschluss von Verkäufen, sondern auch um das Generieren von Leads und ein zunehmendes Wachstum deiner Marke insgesamt.
In diesem Video (auf Englisch) zeigen wir dir, wie du eine Social-Media-Strategie aufbauen kannst:
Was sind die Vorteile des Social Sellings?
Es gibt drei wesentliche Vorteile, die für eine soziale Verkaufsstrategie sprechen:
1. Social Selling eröffnet neue Marktchancen
Käufer:innen, insbesondere der jüngeren Generationen, die mehr Zeit in den sozialen Medien verbringen, interagieren eher mit Inhalten, die auf diesen Plattformen gepostet werden. Sie betrachten soziale Medien auch als wichtigen Faktor bei Kaufentscheidungen. Daher ist Social Selling ein verlässlicher Verkaufstrichter („Funnel”) für Marken, die diese Kund:innen erreichen möchten.
2. Es vermittelt dir Kenntnisse über deine Kund:innen
Social Selling basiert auf Social Listening – dem gezielten Beobachten von Gesprächen in sozialen Netzwerken. So erfährst du, welche Inhalte, Fragen und Probleme deine Zielgruppe bewegen.
Marketing- und Sales-Teams können öffentliche Diskussionen zu Produkten, Services oder Branchenthemen verfolgen und bei Bedarf direkt in den Austausch einsteigen. Auch ohne direkte Markennennung hilft Social Listening, Trends frühzeitig zu erkennen, relevante Themen aufzugreifen und sichtbar in den Feeds deiner Zielgruppe zu bleiben.
💡 Wenn du eine engagierte Anhängerschaft in den sozialen Medien hast, dann frage direkt nach deren Meinung: Die meisten sozialen Plattformen bieten Umfragetools, mit denen du das Interesse der Kund:innen an potenziellen Produktaktualisierungen oder neuen Produkten messen kannst.
3. Es stärkt deine Markenbekanntheit
Ganz gleich, ob du dein Unternehmen oder deine persönliche Marke bewirbst: Mit Social Selling kannst du langfristige Beziehungen zu deiner Zielgruppe aufbauen.
Sowohl Einzelpersonen als auch B2B-Kund:innen bevorzugen Einzelhändler:innen, mit denen sie bereits eine Beziehung haben. Beginne damit, bedeutungsvollen Content zu posten und beteilige dich an seriösen Diskussionen. Im Laufe der Zeit wirst du einen positiven Ruf bei deinem Publikum aufbauen.
Social Selling-Plattformen effektiv nutzen
Nutze diese Tipps, um das Beste aus deinen Social Selling-Aktivitäten herauszuholen:
Zielgruppe klar definieren
Bevor du postest oder interagierst, solltest du genau wissen, wen du erreichen willst:
- Wer sind deine idealen Kund:innen?
- Welche Herausforderungen haben sie?
- Auf welchen Plattformen sind sie aktiv?
Social Selling funktioniert nur dann gut, wenn Angebot, Plattform und Zielgruppe zusammenpassen. B2B-Themen performen häufig auf LinkedIn, während visuelle Marken eher auf Instagram oder Pinterest erfolgreich sind. Je genauer dein Zielgruppenverständnis, desto leichter fällt der Beziehungsaufbau.
Social Listening gezielt einsetzen
Social Selling beginnt oft mit Zuhören. Social Listening hilft dir, relevante Gespräche, Stimmungen und Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen:
- Verfolge Branchen-Keywords, Hashtags und Wettbewerber
- Analysiere Fragen, Probleme und wiederkehrende Themen deiner Zielgruppe
- Erkenne Trends, bevor sie Mainstream werden
So kannst du Inhalte entwickeln, die wirklich relevant sind, und zur richtigen Zeit in Gespräche einsteigen – authentisch und hilfreich statt werblich.
Relevante Inhalte erstellen
Menschen wollen auf Social Media lernen, sich austauschen und inspirieren lassen – nicht verkauft bekommen. Deine Inhalte sollten Mehrwert liefern und dich gleichzeitig als Expert:in positionieren.
Bewährte Content-Formate sind zum Beispiel:
- Branchen-Insights und Trend-Einordnungen
- Persönliche Erfahrungen und Learnings
- Behind-the-Scenes-Einblicke
- Kundenerfolgsgeschichten (authentisch und mit Zustimmung)
Je nach Plattform eignen sich unterschiedliche Formate wie kurze Textposts, Videos, Karussells, Umfragen oder Live-Sessions. Teste regelmäßig, was bei deiner Community am besten ankommt.
Beziehungen statt Reichweite aufbauen
Social Selling lebt von Interaktion und Vertrauen. Setze auf echten Austausch statt auf Dauer-Promotion:
- Stelle Fragen und beteilige dich an Diskussionen
- Teile fundierte Meinungen und bitte um Feedback
- Verlinke relevante Kontakte gezielt und wertschätzend
- Binde deine Community aktiv ein (z. B. durch Umfragen oder User-Content)
So entwickelst du langfristige Beziehungen, aus denen Verkäufe ganz natürlich entstehen.
Daten, Analysen und Insights nutzen
Analytics zeigen dir, welche Inhalte funktionieren und wo Optimierungspotenzial liegt:
- Welche Formate erzeugen Interaktion?
- Welche Beiträge führen zu Anfragen oder Conversions?
- Wann ist deine Zielgruppe am aktivsten?
Nutze diese Erkenntnisse, um deine Strategie kontinuierlich anzupassen, neue Formate zu testen und erfolgreiche Ansätze gezielt auszubauen.
10 beliebte Social Selling-Plattformen im Shopify App Store
Hier sind 10 beliebte Social Selling-Plattformen, die sich direkt mit deinem Shopify-Store integrieren lassen:
-
TikTok
- Facebook & Instagram
- CED
- InstaShop
- Google & YouTube
- Instafeed
- Sales Navigator
- Live & Shoppable Videos
- Tag Embed
1. TikTok
Erreiche die Community über den Hashtag #TikTokMadeMeBuyIt mit der offiziellen TikTok-App für Shopify. Die App wurde direkt von TikTok entwickelt und ermöglicht es dir, Anzeigen zu erstellen und zu verwalten sowie deinen Shopify-Store mit TikTok Shop – dem integrierten Verkaufsbereich der Plattform – zu synchronisieren.
Preis: Kostenlos installierbar. Es fallen nur Kosten für geschaltete Anzeigen an.
2. Facebook & Instagram
Die offizielle Facebook- & Instagram-App für Shopify verbindet deinen Store mit beiden Plattformen. Du kannst Bestellungen direkt im Shopify-Adminbereich verwalten, In-App-Shopping (inklusive Checkout) einrichten, Tracking-Pixel integrieren und Werbeanzeigen erstellen. Zusätzlich liefert die App wertvolle Insights zu deinen erfolgreichsten Inhalten und Produkten.
Preis: Kostenlos installierbar. Es fallen nur Kosten für geschaltete Anzeigen an.
3. CED
CED – Facebook Feed & Ads von CedCommerce ist eine Drittanbieter-App, mit der du deinen Shopify-Store mit Facebook, Instagram und anderen Netzwerken verknüpfst. Sie nutzt die einheitliche Verkaufsstruktur von Meta und ermöglicht Kampagnenplanung, Datenerfassung, Verkauf und Bestandsverwaltung.
Preis: Bis zu 100 Produkte kostenlos in den Facebook-Katalog hochladen. Bezahlpläne starten ab 10 $/Monat.
4. InstaShop
InstaShop Instagram & Facebook von DolphinSuite ist eine App, die es ermöglicht, direkt über Instagram und Facebook zu verkaufen – ohne die Plattform zu verlassen. Du kannst Call-to-Actions in Beiträge einfügen, Inhalte planen und automatische Antworten einrichten.
Preis: Der Shoppable Post Scheduler ist kostenlos installierbar. Bezahlpläne für shoppable Beiträge und Stories starten ab 10 $/Monat.
5. Pinterest
Mit der offiziellen Pinterest-App für Shopify verknüpfst du dein Pinterest-Konto mit deinem Store und erstellst Produkt-Pins, also integrierte Werbeanzeigen auf Pinterest. Über die Integration kannst du dein gesamtes Produktangebot synchronisieren und jedes Produkt pinnbar machen.
Preis: Kostenlos installierbar. Es fallen nur Kosten für geschaltete Anzeigen an.
6. Google & YouTube
Die App Google & YouTube von Google unterstützt Social Selling über Google Search und YouTube. Produkte deines Shopify-Stores werden mit Google for Retail synchronisiert und können so über Shopping-Listings und unter relevanten YouTube-Videos angezeigt werden.
Preis: Kostenlos installierbar. Es fallen nur Kosten für geschaltete Anzeigen an.
7. Instafeed
Instafeed von Mintt Studio bietet Optionen, um Inhalte deines Shopify-Stores auf Instagram zu veröffentlichen – inklusive Reels, Videos oder Bildern. Damit kannst du shoppable Instagram-Feeds gestalten.
Preis: Kostenlos installierbar. Bezahlpläne starten bei 6 $/Monat und bieten zusätzliche Funktionen wie Produkt-Tagging.
8. Sales Navigator
Sales Navigator von LinkedIn bietet Zugriff auf den Social Selling Index – ein Tool zur gezielten Ansprache potenzieller Kund:innen im Netzwerk von LinkedIn, das aus Millionen von Unternehmen und Berufstätigen besteht.
Preis: Preis auf Anfrage bei LinkedIn. Kostenloses Testangebot verfügbar.
9. Live & Shoppable Videos
Die App Live & Shoppable Videos: Ch.io von Channelize.io integriert Live-Shopping und einkaufbare Videos direkt in deinen Shopify-Store. Funktionen wie gleichzeitiges Streaming auf Social-Media-Kanälen, individuelle Video-Layouts und detaillierte Analytics helfen dabei, Kund:innen in Echtzeit zu binden.
Preis: Ab 97 $/Monat nach einer kostenlosen 14-tägigen Testphase.
10. TagEmbed
Statt deinen Shopify-Store in soziale Netzwerke zu bringen, holst du mit Google Reviews & Social Proof von TagEmbed Inhalte aus sozialen Netzwerken auf deine Website. Die App ermöglicht das Einbetten von Social-Media-Feeds und Google-Bewertungen, um das Vertrauen potenzieller Kund:innen zu stärken.
Preis: Der kostenlose Plan erlaubt einen Feed mit bis zu fünf Quellen. Bezahlpläne starten ab 11 $/Monat und bieten erweiterten Funktionsumfang.
So findest du die passende Social Selling-Plattform für dein Business
Es ist verlockend, einfach die beliebteste Social Selling-Plattform zu wählen – doch das ist nicht immer die beste Wahl für deine Zielgruppe, dein Geschäftsmodell oder deine Verkaufsstrategie. So findest du die passende Plattform:
Analysiere deine Zielgruppe
Bevor du dich mit den Funktionen einer Plattform beschäftigst, beginne mit den Grundlagen: Wo verbringen deine Kund:innen ihre Zeit? Die beste Social Selling-Plattform ist dort, wo deine Zielgruppe bereits aktiv und engagiert ist. Überlege dir dabei:
- B2B vs. B2C: Wenn du an Unternehmen verkaufst, ist LinkedIn oft die beste Wahl. Verkaufst du an Endverbraucher:innen, könnten Instagram, Facebook oder TikTok sinnvoller sein.
- Demografie: Jede Plattform zieht unterschiedliche Altersgruppen an. Ist deine Zielgruppe eher jung, passen TikTok und Instagram besser als Facebook. Für eine berufliche Zielgruppe ist LinkedIn ideal.
- Kaufverhalten: Informieren sich deine Kund:innen gerne ausführlich, bevor sie etwas kaufen? Dann eignen sich Plattformen wie LinkedIn oder YouTube mit längeren Inhalten. Für Impulskäufe sind kurze, unterhaltsame Videos auf Instagram oder TikTok besser geeignet.
Der einfachste Weg, das herauszufinden: Frage deine Kund:innen direkt, schau dir deine Social-Media-Analytics an und beobachte, wo deine Mitbewerber:innen besonders viel Interaktion erzielen.
Plattformfunktionen bewerten
Sobald du weißt, wo sich deine Zielgruppe aufhält, kannst du die Funktionen der Plattformen vergleichen. Nicht jede Plattform bietet die gleichen Möglichkeiten – du solltest die wählen, die deine spezifischen Anforderungen erfüllt. Achte dabei auf:
- Shoppable Posts & direkter Verkauf: Instagram, Facebook und TikTok bieten integrierte Shopping-Funktionen. Wenn du Produkte direkt über Beiträge verkaufen möchtest, sind diese Plattformen ideal.
- Nachrichten & Beziehungsaufbau: LinkedIn und Facebook eignen sich für direkte Ansprache und Networking. Instagram-DMs und WhatsApp-Integrationen unterstützen langfristige Kundenbeziehungen.
- Werbung & Zielgruppenansprache: Facebook und Instagram bieten präzise Targeting-Tools. LinkedIn eignet sich besonders für B2B-Leadgenerierung. TikTok-Anzeigen erhöhen die Markenbekanntheit, führen aber nicht immer zu direkten Käufen.
- Content-Formate: Wenn du gerne längere Inhalte mit Mehrwert teilst, sind LinkedIn oder YouTube geeigneter als TikTok. Für kurze, aufmerksamkeitsstarke Videos sind TikTok und Instagram Reels ideal.
Berücksichtige deine Geschäftsziele
Was willst du mit Social Selling erreichen – mehr Sichtbarkeit, mehr Umsatz oder stärkere Beziehungen zu Kund:innen? Deine Ziele bestimmen, welche Plattform am besten passt:
- Markenbekanntheit steigern: TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts helfen dir, neue Zielgruppen schnell zu erreichen.
- Direkte Verkäufe fördern: Mit Instagram Shopping, Facebook Marketplace und TikTok Shop kannst du direkt aus deinen Inhalten verkaufen.
- Leads aufbauen: LinkedIn, Facebook-Gruppen und Instagram-DMs ermöglichen den gezielten Aufbau von Beziehungen zu potenziellen Kund:innen.
Strategien der Konkurrenz analysieren
Du musst das Rad nicht neu erfinden. Schau dir an, was in deiner Branche bereits funktioniert:
- Wo ist deine Konkurrenz aktiv? Wenn viele erfolgreiche Anbieter:innen auf Instagram präsent sind, aber LinkedIn kaum nutzen, zeigt das eine mögliche Lücke.
- Welche Inhalte erzielen Engagement? Werden Beiträge kommentiert und geteilt oder bleiben sie unbeachtet? Hohe Interaktion zeigt, dass die Plattform für dein Segment funktioniert.
- Nutzen sie bezahlte Werbung? Wenn deine Mitbewerber:innen auf einer Plattform stark in Ads investieren, haben sie diese vermutlich getestet und als effektiv eingestuft.
- Wo kannst du dich abheben? Wenn sich alle auf Instagram konzentrieren, aber LinkedIn weniger bespielt wird, kann das deine Chance sein, dich zu positionieren.
Indem du analysierst, was für andere funktioniert – oder eben nicht –, triffst du fundiertere Entscheidungen und sparst dir zeitaufwendiges Ausprobieren.
Fazit
Social Selling hat sich als wirkungsvolle Strategie etabliert, um Käufer:innen dort zu erreichen, wo sie täglich aktiv sind – in den sozialen Medien. Es ermöglicht Unternehmen, durch gezielte Inhalte, authentische Interaktionen und den Einsatz von Plattform-Tools nicht nur ihre Reichweite zu vergrößern, sondern auch Vertrauen bei der Zielgruppe aufzubauen.
Die Kombination aus Social Listening, relevanten Inhalten und kontinuierlichem Engagement macht Social Selling zu einem nachhaltigen Wachstumstreiber – auch im B2B-Bereich. Mit Shopify und den zahlreichen verfügbaren Apps steht dir ein leistungsstarkes Ökosystem zur Verfügung, um Social-Media-Kanäle effektiv in Verkaufsstrategien zu integrieren und so die Markenbekanntheit zu stärken, Leads zu generieren und den Umsatz zu steigern.





